April 2015 - Rohem-Feuerungstechnik

Nützliches Wissen rund ums Thema Holz

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Holz – Brennstoff mit Zukunft

Holz ist in vielerelei Hinsicht ein Brennstoff mit Zukunft. Zum einen ist Holz wirtschaftlich effektiv, da der Holzpreis stabil bleibt, während Erdgas, Erdöl und Gas ständig teurer werden. Des Weiteren ist Holz ein ökologischer Brennstoff. Das bedeutet er ist integrierbar in natürliche Kreisläufe. Im Gegensatz zu Kohle oder Erdöl, wird bei der Verbrennung von Holz nur so viel schädliches Kohlendioxid freigesetzt, wie vorher während des Wachstumsprozesses des Baumes und der Atmosphäre entzogen wurde. Zu guter Letzt ist Holz zudem besonders Nachhaltig – es kann nie mehr verbaucht werden, als neu entstehen.

Wissenswertes zum Brennstoff Holz

Der allgemeine Gedanke zum Brennstoff Holz ist häufig: schaden wir der Natur nicht, indem wir soviel Holz als Brennstoff verwenden? Die Antwort ist ganz klar: Nein! Eine 30- 40 m hohe Fichte hat im Laufe ihres Lebens Dutzende gleichartiger und anfangs gleich großer Baumnachbern verdrängt. Die Bäume, die ins Hintertreffen geraten verkümmern und sterben. Daher ist es viel umweltfreundlicher und vorteilhafter einige Bäume zu fällen, damit andere besser und vitaler wachsen können.

Wichtig ist außerdem zu wissen, dass unterschiedliche Holzarten unterschiedlich lang brennen. Der Heizwert hängt hierbei vom Alter, sowie die Anzahl der Jahresringe des Baumes ab. Dieser Heizwert wird in in kJ/kg oder in kWh/kg gemessen und macht eine Aussage darüber, welche Wärmemenge aus einem kg eines bestimmten Brennstoffes gewonnen werden kann.

Unterschieden werden die Baumarten außerdem noch zwischen Weichhölzern und Harthölzern. Die Dichte von 0,55g/cm³ ist der Grenzwert zwischen den beiden Gruppen. Alles, was darunter liegt, gilt als Weichholz, alles darüber als Hartholz. Je härter das Holz, umso länger brennt es auch.

Hier finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Baumarten:

Weichhölzer

Rohdichte

Fichte

0,41 g/cm³

Tanne

0,41 g/cm³

Pappel

0,41 g/cm³

Douglasie

0,47 g/cm³

Kiefer

0,51 g/cm³

Linde

0,52 g/cm³

Weide

0,52 g/cm³

Lärche

0,55 g/cm³

 

Harthölzer

Rohdichte

Hasel

0,56 g/cm³

Bergahorn

0,59 g/cm³

Birke

0,64 g/cm³

Ulme

0,64 g/cm³

Eiche

0,67 g/cm³

Esche

0,67 g/cm³

Hainbuche

0,67 g/cm³

 

 

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Beurteilung der verschiedenen Holzarten ist der Wassergehalt. Je weniger Wasser im Holz, desto besser brennt es, da die eigentliche Verbrennung und Wärmeabgabe erst beginnt, sobald das Wasser verdampft ist.

Alternativen zu Scheitholz

Eine gute Alternative zu Scheitholzen bieten Holzpellets, Hackschnitzel und Holzbriketts. Holzpellets werden speziell für Einzelöfen und Zentralheizungen konzipiert und eingesetzt. Sie bestehen aus zerkleinerten Holzabfällen wie Waldrestholz oder Spänen, die dann unter hohem Druck zu 10 bis 30 Millimeter langen, rund 5 Millimeter dicken Würsten zusammengepresst werden. Die Holzpellets sollten glänzen und wenig stauben. Dunkle Pellets lassen auf einen höheren Rindenanteil schließen, was zu einem erhöhten Anfall von Asche führt.

Praxistipp: Um die Dichte von Holzpellets zu überprüfen, kann man die Pellets in ein Wassergefäß geben. Sinken sie zu Boden, stimmt die Dichte. Bleiben sie an der Oberfläche oder schwimmen auf halber Höhe, ist sie zu gering.

Hackschnitzel sind kleine Holzstücke unterschiedlicher Herkunft. Leider sind diese meist aus qualitativ schlechtem Industrieholz, Ganzbäumen oder Schlagabraum. Hinzu kommt eine komplizierte Lagerung, da ein hoher Raumbedarf besteht. Außerdem besteht Fäulnisgefahr bei nicht belüftbarer Lagerung.

Holzbriketts können im Holzofen verbrannt werden. Sie bestehen aus trockenen, unbehandelten Holzresten, welche unter hohem Druck zusammengepresst werden. Idalerweise bestehen die Briketts aus Laubholz, da diese langsamer verbrennen und dadurch ein niedriger Verbrauch gewährleistet wird. Nadelholz Briketts führen zu hohen Temperaturen und einem raschem Abbrand. 1 Tonne ersetzt 3 – 5 Raummeter trockenes Buchenholz, braucht aber nur 1 ½ Raummeter. Allerdings ist hier die trockene Lagerung noch wichtiger, als bei normalem Scheitholz, da die Briketts bei Kontakt mit Wasser aufquellen.

Praxistipp: Holzbriketts können alternativ zu Scheitholz in herkömmlichen Holzöfen verheizt werden – mit Pellets geht das nicht.

 

Heizwerte, Brennwerte und Preise

Hohe Investitionskosten in alternative Heizsysteme schrecken häufig ab und die Wahl der richtigen Heizung wird immer schwieriger. Nachfolgend zeigen wir Ihnen die Ergebnisse eines Heizkostenvergleiches von test.de (2008), bei welchem Gasbrennwertkessel, Holzpelletkessel und Ölbrennwertkessel miteinander verglichen wurden.

In den Anschaffungskosten punkten hierbei ganz klar die Gasbrennwertkessel mit einem Preis von 4500 – 5800 €, sowie Ölbrennwertkessel mit einem Preis von 5590 – 7000 €. In etwa doppelt so teuer in der Anschaffung sind hingegen die Holzpelletkessel mit Geräten zwischen 10.800 und 12.600 €. Je nach System entstehen natürlich auch noch weitere Kosten für Brenn­stoff­lager und Warm­wasser­speicher (Öl und Pellets) sowie Förderschnecke (Pellets).

Alle drei  Systeme brauchen eine jährliche Wartung, sowie einen Besuch vom Schornsteinfeger. Hierbei schnitten jedoch die  Pelletanlagen am schlechtesten ab, da der Wartungsaufwand hier am größten ist. Dafür gibt es allerdings staatliche Zuschüsse für Pelletheizungen. Hier ein Beispiel: In ein bestehendes Gebäude baut eine Familie eine Pellethei­zung mit einem großen Warm­wasser­speicher (Pufferspeicher mit mindestens 30 l/kW). Dafür bekommt sie 2 500 Euro Zuschuss. Ist das Haus sehr gut gedämmt und kommt ein zusätzlicher Filter in den Schorn­stein, dann erhöht sich die Förderung sogar auf bis zu 4 750 Euro.

Preislich gesehen toppen die Holzpellets aber alles, da sie aus einem heimischen Rohstoff bestehen. In den letzten Jahren kosteten Presslinge im Schnitt etwa 4 Cent/kWh, während Öl und Gas hingegen mit 6-8 Cent/kWh fast doppelt so teuer sind. Und die Preise von Öl und Gas werden weiter steigen, wie folgende Grafik anschaulich verdeutlicht:

4121902_Entwicklung-Energiekosten_gross
Quelle: test.de

Besonders auf lange Sicht macht sich die Kostenersparnis deutlich, denn je länger die Pelletanlage läuft und je höher der Wärmebedarf ist, desto mehr rechnet sich die Anfangsinvestition. Holzpelletkessel sparen gegenüber Öl- und Gasbrennwertkessel jährlich im Schnitt zwischen 390 und 480 €. Auf eine Betriebsdauer von 20 Jahren gerechnet summiert sich das Ergebnis schließlich auf satte 7860 bis 9550 €.

Das Fazit unseres Heizungsvergleich: Die umweltfreundlichen Heizungen liegen in jedem Fall vorne. Nicht nur die Preisersparnis, sondern auch der geringe CO2-Anteil der Holzpelletkessel überzeugt. Allgemein kann man zu den Preisen noch sagen, dass die Preise von Holzpellets stark von der Entfernung zum Pellethersteller abhängen. Pellets per Tankwagen kosten frei Haus zwischen 140 und 220€ pro Tonne oder zwischen 2,9 und 4,4 Cent pro kWh. Sackware wird hingegen für 250€ pro Tonne oder 5,2 Cent pro kWh geliefert.

Bei Scheitholzen hingegen ist die Länge entscheident. Je kürzer das Holz, desto höher der Preis, denn jeder Trennschnitt kostet Zeit und damit Geld. Bei ofenfertigem Holz sind die Holzscheite bereits auf eine Länge vom 25 oder 33 cm eingekürzt und ab einem bestimmten Durchmesser zusätzlich gespalten.

 

Wie trocknet Holz am schnellsten?

Frisch geschlagenes Holz hat meist einen Wassergehalt von 50% und muss direkt nachdem der Baum gefällt wurde, gespalten werden, damit es besser trocknen kann. Das Holz ist zum Verbrennen geeignet, wenn der Wassergehalt auf 20% reduziert worden ist. An regenreichen Tagen sollte Kaminholz möglichst nicht angeliefert werden und die bestmögliche Lagerung findet man unter einem vorgezogenen Dach oder einer Holzhütte, wo es gut durchlüften kann. Am besten wird das Holz hierbei zu Kreuzstapeln aufgeschichtet, um eine optimale Trocknung zu garantieren. Auch im Keller kann Holz gelagert werden.

Eine Ausnahme bietet hier allerdings frisch geschlagenes Holz. Dieses kann im meist feuchten Kellerraum nicht vernünftig austrocknen und beginnt zu stocken oder zu schimmeln. Am besten fällt man Holz außerdem in den kalten Jahreszeiten, da sich die Bäume dann in Ruhephase befinden und nicht in ihrer vollen Pracht stehen. Das Holz weist dann den geringsten Wassergehalt auf.